Rechtsanwalt & Fachanwalt für Scheidung in Hannover

Ablauf des Scheidungsverfahrens

Scheidungswillige Ehegatten sind oft unsicher, was im Rahmen eines Scheidungsverfahrens auf sie zukommt, und was sie erwartet. Hier erhalten Sie einen Überblick über den Ablauf des Scheidungsverfahrens von der Stellung des Scheidungsantrages bis zum Scheidungstermin.

1. Stellung des Scheidungsantrages

Das Scheidungsverfahren beginnt mit der Stellung des Scheidungsantrages bei dem zuständigen Familiengericht. Mindestens ein Ehegatte reicht die Scheidung ein. Mit dem Scheidungsantrag müssen die Gerichtskosten eingezahlt werden – anderenfalls stellt das Familiengericht den Scheidungsantrag nicht an den anderen Ehegatten zu.

Das Familiengericht stellt den Scheidungsantrag dem anderen Ehegatten mit der Bitte um Stellungnahme zu. Für ein schnelles Verfahren sollte dieser Ehegatte dem Gericht schriftlich mitteilen, dass die Angaben in dem Scheidungsantrag richtig sind, und dass er der Scheidung zustimmt. Er kann hierfür ein vom Gericht übersandtes Formular verwenden.

2. Einholung der Rentenauskünfte durch das Familiengericht

Im Anschluss übersendet das Familiengericht den Beteiligten die Fragebögen zum Versorgungsausgleich. Diese Fragebögen sind 4-fach sorgfältig auszufüllen, und dann bei dem Familiengericht einzureichen. Achtung: bei kurzer Ehezeit findet ein Versorgungsausgleich nur auf Antrag eines Ehegatten statt. Wer schnell geschieden werden will, stellt diesen Antrag nicht. Das Familiengericht schreibt die Versorgungsträger an, und ermittelt die in der Ehezeit erworbenen Rentenanwartschaften. Dieser Vorgang nimmt in der Regel mindestens 3 Monate Zeit in Anspruch. Bei Lücken im Versicherungsverlauf dauert es länger.

Die Rentenversicherungsträger setzen sich gegebenenfalls direkt mit Ihnen oder Ihrem Ehegatten in Verbindung, um etwaige Lücken zu klären. Die beteiligten Ehegatten haben oftmals selber Schwierigkeiten, Lücken in ihren Renten – und Versorgungsanwartschaften, so dass der Versorgungsausgleich Zeit in Anspruch genommen werden. Die von den Versorgungsträgern erteilten Auskünfte sind genau zu prüfen, da unerkannt fehlerhaft erteilte Auskünfte zu einem falsch durchgeführten Versorgungsausgleich führen können. Liegen alle Auskünfte vor, übersendet das Familiengericht den Beteiligten einen Entwurf über die beabsichtigte Entscheidung zum Versorgungsausgleich.

3. Scheidungstermin bei dem Familiengericht

Dann wird das Familiengericht einen Scheidungstermin bestimmen. Zu dem Scheidungstermin müssen beide Ehegatten zwingend persönlich erscheinen. Wenn die Ladung der Beteiligten zum dem Scheidungstermin bei dem Familiengericht erfolgt, kommt bei den betroffenen oft Nervosität und Aufregung auf. Das ist verständlich, aber vor allem dann, wenn eine einvernehmliche Ehescheidung ansteht, oft unbegründet. Der Termin bei dem Familiengericht dauert in derartigen Fällen oft nicht länger als 10 bis 30 Minuten. Der Scheidungsrichter hört die Ehegatten an, und stellt in der Regel drei Fragen:

  • Seit wann leben Sie getrennt?

  • Wollen Sie die eheliche Lebensgemeinschaft wiederherstellen?

  • Möchten Sie geschieden werden?

Ergibt die Befragung, dass die Scheidungsvoraussetzungen vorliegen, spricht der Scheidungsrichter sodann die Scheidung aus. Das Familiengericht prüft das Vorliegen der Scheidungsvoraussetzungen. Wenn diese gegeben sind, spricht das Familiengericht die Scheidung aus. Sind beide Ehegatten anwaltlich vertreten, und handelt es sich um eine einvernehmliche Scheidung, dann kann der Scheidungsbeschluss sofort rechtskräftig gemacht werden.

4. Rechtskraft des Scheidungsbeschlusses

Wird der Scheidungsbeschluss nicht im Scheidungstermin rechtskräftig gemacht, stellt das Familiengericht den Scheidungsbeschluss ohne Rechtskraftvermerk zu. Ab diesem Zeitpunkt läuft eine Berufungsfrist von einem Monat, innerhalb der der Scheidungsbeschluss mit der Berufung zum OLG angefochten werden kann.

Wird ein Rechtsmittel nicht eingelegt, wird den Beteiligten der Scheidungsbeschlusses mit Rechtskraftvermerk zugestellt. Dieser ist gut aufzubewahren, er dient für die Beteiligten als Nachweis ihrer Ledigkeit. Der rechtskräftige Scheidungsbeschluss wird in verschiedenen Lebenssituationen immer wieder vorgelegt werden müssen. Die Beteiligten Auf Wunsch können Sie Ihren Geburtsnamen wieder annehmen und erneut die Ehe schließen.

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