Rechtsanwalt & Fachanwalt für Scheidung in Hannover

Der Scheidungsantrag

Die Scheidung beginnt mit der Einreichung des Scheidungsantrages bei dem für Sie zuständigen Familiengericht. Im Folgenden erfahren Sie mehr über Zeitpunkt und Inhalt des Scheidungsantrags, Zuständigkeiten sowie den Anwaltszwang.

Zeitpunkt des Scheidungsantrages

Die Scheidung kann bei den meisten Familiengerichten durch Stellung des Scheidungsantrages nach 9 Monaten Trennungszeit eingereicht werden. Der Scheidungstermin kann jedoch frühestens nach Ablauf des Trennungsjahres stattfinden. Ob es sinnvoll ist, den Scheidungsantrag früh zu stellen, oder eher zu warten, ist aus Sicht eines jeden Ehegatten separat zu beurteilen. Gerne berate ich Sie über die in Ihrem Fall richtige Strategie.

Inhalt des Scheidungsantrages

Der Scheidungsantrag muss nach dem Gesetz den Anforderungen des § 133 FamFG genügen. Die Vorschrift lautet:

1.) Die Antragsschrift muss enthalten:

  • Namen und Geburtsdaten der gemeinschaftlichen minderjährigen Kinder sowie die Mitteilung ihres gewöhnlichen Aufenthalts,

  • die Erklärung, ob die Ehegatten eine Regelung über die elterliche Sorge, den Umgang und die Unterhaltspflicht gegenüber den gemeinschaftlichen minderjährigen Kindern sowie die durch die Ehe begründete gesetzliche Unterhaltspflicht, die Rechtsverhältnisse an der Ehewohnung und an den Haushaltsgegenständen getroffen haben, und

  • die Angabe, ob Familiensachen, an denen beide Ehegatten beteiligt sind, anderweitig anhängig sind.

2.) Der Antragsschrift sollen die Heiratsurkunde und die Geburtsurkunden der gemeinschaftlichen minderjährigen Kinder beigefügt werden.

Da der Scheidungsantrag dem Ehegatten durch das Familiengericht zugestellt werden muss, sollten Sie zwingend auch die neue Anschrift des Ehegatten kennen. Daneben müssen Angaben zu der Trennung, dem Scheitern der Ehe und den wirtschaftlichen Verhältnissen gemacht werden.

Für den Scheidungsantrag notwendige Urkunden

Wenn Sie möchten, dass der Scheidungsantrag von mir als Ihrem Scheidungsanwalt so effektiv und schnell wie möglich gestellt wird, das ist es notwendig, dass folgende Unterlagen vorlegen:

  • Heiratsurkunde

  • bei im Ausland geschlossenen Ehen beglaubigte Übersetzung der Heiratsurkunde

  • Geburtsurkunden aller ehelich geborenen minderjährigen Kindern

  • soweit vorhanden Ehevertrag oder Scheidungsfolgenvereinbarung

  • Gerichtskostenvorschuss

  • Sozialversicherungsausweis bzw. Sozialversicherungsnummer

Ohne die Einzahlung der Gerichtskosten stellt das Familiengericht den Scheidungsantrag nicht zu. Das Verfahren beginnt nicht. Scheidungswillige, die ihre Scheidung selbst bezahlen, sollten die Gerichtskosten sofort bei ihrem Scheidungsanwalt einzahlen.

Zuständigkeit für den Scheidungsantrag

Gerade für Ehepaare, die häufig umgezogen sind, stellt sich die Frage, welches Familiengericht die Scheidung durchführen kann: Die Antwort gibt § 122 FamFG: Danach ist zuständig in der nachstehenden Rangfolge:

  1. das Gericht, in dessen Bezirk einer der Ehegatten mit allen gemeinschaftlichen minderjährigen Kindern seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat;

  2. das Gericht, in dessen Bezirk einer der Ehegatten mit einem Teil der gemeinschaftlichen minderjährigen Kinder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, sofern bei dem anderen Ehegatten keine gemeinschaftlichen minderjährigen Kinder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben;

  3. das Gericht, in dessen Bezirk die Ehegatten ihren gemeinsamen gewöhnlichen Aufenthalt zuletzt gehabt haben, wenn einer der Ehegatten bei Eintritt der Rechtshängigkeit im Bezirk dieses Gerichts seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat;

  4. das Gericht, in dessen Bezirk der Antragsgegner seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat;

  5. das Gericht, in dessen Bezirk der Antragsteller seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat;

  6. das Amtsgericht Schöneberg in Berlin.

Anwaltszwang bei Scheidungsantrag und Scheidungen

Grundsätzlich gilt: wer denn Scheidungsantrag bei dem Familiengericht einreichen will, kann dies ausnahmslos nur über einen Rechtsanwalt tun. Ohne Anwalt geht es nicht. Es empfiehlt sich insoweit ein Fachanwalt für Familienrecht. Es besteht also für denjenigen Ehegatten, der den Scheidungsantrag stellt, im Scheidungsverfahren Anwaltszwang.

Der Ehegatte, der keinen eigenen Antrag im Rahmen des Scheidungsverfahrens, benötigt keinen Anwalt. Dieser Ehegatte kann dann ohne Anwalt nach § 134 FamFG der Scheidung oder ihrer Rücknahme zustimmen, und eine solche Zustimmung widerrufen. Der nicht von einem Anwalt vertretene Ehegatte kann außerdem keinen Vergleich abschließen, und die im Scheidungstermin verkündete Scheidung nicht direkt rechtskräftig werden lassen.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Scheidung?

Mailen Sie mir oder rufen Sie an! Ich helfe Ihnen gern. Ihr Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht in Hannover

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