Rechtsanwalt & Fachanwalt für Scheidung in Hannover

Scheidungskosten & Verfahrenskostenhilfe

Die Scheidungskosten halten viele Ehegatten davon ab, eine Scheidung überhaupt zu betreiben. Für manch einen Ehegatten ist es reizvoller, den Tod des anderen abzuwarten. Im Folgenden versuche ich Ihnen die Scheidungskosten sowie die Möglichkeit der Verfahrenskostenhilfe möglichst transparent zu erklären.

Scheidungskosten

Die Rechtsgrundlage für die Scheidungskosten findet sich in § 43 FamGKG. Die Vorschrift des § 43 FamGKG hat nachstehenden Wortlaut:

(1) In Ehesachen ist der Verfahrenswert unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls, insbesondere des Umfangs und der Bedeutung der Sache und der Vermögens- und Einkommensverhältnisse der Ehegatten, nach Ermessen zu bestimmen. Der Wert darf nicht unter 3.000 Euro und nicht über 1 Million Euro angenommen werden.

(2) Für die Einkommensverhältnisse ist das in drei Monaten erzielte Nettoeinkommen der Ehegatten einzusetzen.

Gegenstandswert einer Scheidung

Der Gegenstandswert oder Streitwert einer Scheidung beträgt folglich mindestens 3.000,00 €, und höchstens 1000.000,00 €. Maßgeblich geprägt wird der Gegenstandswert von den Einkommensverhältnissen der Ehegatten. Die für den Gegenstandswert maßgeblichen Einkommensverhältnisse sind das dreifache Monatsnettoeinkommen beider Ehegatten. Abschläge bei dem Gegenstandswert kann es geben für gemeinsame Kinder, Zuschläge für den Versorgungsausgleich und Vermögen. Im Regelfall setzt sich der für die Scheidungskosten maßgebliche Gegenstandswert aus dem dreifachen Monatsnettoeinkommen plus 10 Prozent von dem sich so ergebenden Streitwert für jedes im Rahmen des Versorgungsausgleiches zusammen.

Scheidungskosten = Gerichtskosten + Rechtsanwaltsgebühren

Die Scheidungskosten setzen sich zusammen aus den Rechtsanwaltsgebühren (also den Kosten für Ihren Scheidungsanwalt und den Gerichtskosten (Gebühren für die Stellung des Scheidungsantrages bei Gericht; der Scheidungsantrag wird erst zugestellt, wenn der Gerichtskostenvorschuss eingezahlt ist).

Berechnungsbeispiel zu den Scheidungskosten

Folgender Beispielfall verdeutlicht Ihnen die Berechnung des Gegenstandswertes als Grundlage der Scheidungskosten:

Der Ehegatte verdient 2.500 € netto monatlich, die Ehefrau verdient monatlich 500,00 € netto. Ein Versorgungsausgleich mit 2 auszugleichenden Anrechten ist durchzuführen.

Zusammen verdienen die Ehegatten in drei Monaten 9.000,00 €. Auf diesen Wert werden noch 1.800,00 € für den Versorgungsausgleich (900,00 € pro auszugleichendes Anrecht hinzu addiert, so dass sich ein Gegenstandswert von 10.800,00 € ergibt. Bei einem solchen Streitwert ergeben sich Anwaltsgebühren in Höhe von 1.820,70 € und Gerichtskosten in Höhe von 534,00 €. Es entstehen damit Kosten für das gesamte Scheidungsverfahren in Höhe von 2.354,70 € bei Beauftragung eines Rechtsanwaltes.

Kosten sparen im Scheidungsverfahren

Scheidungskosten können die Ehegatten sparen, wenn nur ein Anwalt mit der Vertretung in Scheidungsverfahren beauftragt wird.

Zum Vergleich: Bei einer einvernehmlichen Scheidung mit einem Anwalt und einem Streitwert von 10.800,00 € entstehen Verfahrenskosten in Höhe von 2.354,70 €. Bei einer Scheidung mit diesem Streitwert, bei der sich beide Ehegatten anwaltlich vertreten lassen, erhöhen sich diese Kosten um 1.820,70 €. Es ergebe sich damit Gesamtkosten für das Scheidungsverfahren in Höhe von 4.175,40 €.

Wenn nur ein Ehegatte einen Scheidungsanwalt beauftragt, schuldet dieser als Auftraggeber die Rechtsanwaltsgebühren. Die Ehegatten können aber vereinbaren, dass diese Kosten anteilig getragen werden. Dann haben beide die Ehegatten die geringsten Scheidungskosten.

Kostenvoranschlag für Ihr Scheidungsverfahren

Gerne unterbreite ich Ihnen als auf Scheidungen spezialisierter Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht einen kostenlosen Kostenvoranschlag bezüglich der Kosten für die Durchführung Ihrer Scheidung. Folgende Daten sind für die Ermittlung Ihrer individuellen Scheidungskosten notwendig:

  • Ihr monatliches Nettoeinkommen

  • das monatliche Nettoeinkommen des Ehegatten

  • Anzahl der im Versorgungsausgleich zu berücksichtigenden Versorgungen

  • Anzahl der Kinder

Verfahrenskostenhilfe (VKH) für Scheidungsverfahren

Häufiges Hindernis für die Antragstellung in Scheidungsverfahren sind bei Scheidungswilligen die fehlenden finanziellen Mittel, um die Scheidungskosten aufzubringen. Im Prinzip gilt folgendes: Wenn Sie Ihre Scheidung nicht aus eigenem Einkommen und Vermögen bezahlen können, dann besteht die Möglichkeit, Verfahrenskostenhilfe für das Scheidungsverfahren zu beantragen. Nachstehend erfahren Sie, welche Freibeträge bei Verfahrenskostenhilfe (VKH), und welche Unterlagen Sie für die Beantragung von Verfahrenskostenhilfe (VKH) bei Ihrem Scheidungsanwalt vorzulegen sind.

Einkommensgrenzen für die Verfahrenskostenhilfe

Nach den Prozesskostenhilfebekanntmachungen für das Jahr 2018 können Scheidungswillige Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe haben, wenn sie für Ihren Lebensunterhalt nicht mehr als:

  • 481,00 € für sich und 481,00 € für ihren Ehegatten oder Lebenspartner haben

  • 219,00 € Bonus bei Erwerbstätigkeit

  • 383,00 € bei Unterhaltszahlung in Erfüllung gesetzlicher Unterhaltspflicht für Erwachsene

  • 364,00 € bei Unterhaltszahlung in Erfüllung gesetzlicher Unterhaltspflicht für Jugendliche vom Beginn des 15. bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres

  • 339,00 € bei Unterhaltszahlung in Erfüllung gesetzlicher Unterhaltspflicht für Kinder vom Beginn des siebten bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres 339 Euro,

  • 275,00 € bei Unterhaltszahlung in Erfüllung gesetzlicher Unterhaltspflicht für Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres 275 Euro.

Daneben können Verfahrenskostenhilfeantragssteller von ihren Einkommen beispielsweise absetzen:

  • Kosten für die Mietwohnung

  • Behinderungsbedingte Mehrbedarfe

  • Schulden nach den Umständen des Einzelfalles

Scheidung kostenlos durch Verfahrenskostenhilfe?

Die Verfahrenskostenhilfe führt dazu, dass die Verfahrenskostenhilfe (VKH) beantragende Partei keine Gerichtskosten und keine Rechtsanwaltsgebühren für die Scheidung zahlen muss. Das heißt nicht, dass keine Rechtsanwaltsgebühren entstehen. Diese entstehen wie in jedem anderen Scheidungsverfahren auch, werden aber aus der Staatskasse getragen. Gerne helfe ich Ihnen als Anwalt, Verfahrenskostenhilfe für Ihr Scheidungsverfahren zu beantragen. Die Scheidung ist dann für Sie kostenlos.

Aber Achtung: Die Gerichte können bis zu vier Jahre nach Abschluss des Verfahrens prüfen, ob eine Verbesserung in Ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen eingetreten ist. Es kommt dann eine Aufhebung der Verfahrenskostenhilfe (VKH) in Betracht, oder die Umwandlung in Verfahrenskostenhilfe mit Ratenzahlung.

Verfahrenskostenhilfe mit Ratenzahlung

Liegt Ihr Einkommen über den sich aus den Prozesskostenhilfe-Bekanntmachungen ergebenden Beträgen, kann Ihnen dennoch Verfahrenskostenhilfe ratenweise gewährt werden. Raten sind für höchstens 48 Monate bis max. zur Höhe der tatsächlich entstandenen Rechtsanwaltsgebühren und Gerichtskosten zu zahlen

Benötigte Unterlagen für den Antrag auf Verfahrenskostenshilfe

Wer Verfahrenskostenhilfe für sein Scheidungsverfahren haben möchte, muss seine finanziellen Verhältnisse vollständige und lückenlos offenlegen. Wenn Sie möchten, dass ich als Ihr Scheidungsanwalt Verfahrenskostenhilfe für Ihre Scheidung beantrage, dann werden hier hierfür regelmäßig folgende Dokumente benötigt.

  • Erklärung zu den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen

  • Kontoauszüge lückenlos für drei Monate

  • Mietvertrag bzw. Mietbescheinigung

  • Aktuelle Turnusabrechnung Ihres Energieversorgers

  • letzte 3 Gehaltsabrechnungen

  • ansonsten Sozialleistungsbescheid ( ALG, ALG 2, Sozialhilfe, Rente)

  • Nachweise über vorhandene Verbindlichkeiten (Kreditverträge, Unterhaltstitel)

Diese Unterlagen sollten Sie in Ihrem Besprechungstermin aus Anlass Ihrer Scheidung vorlegen. Auf Grundlage unvollständiger Unterlagen kann Ihnen Verfahrenskostenhilfe im Scheidungsverfahren nicht gewährt werden. Zudem wird der Scheidungsantrag erst nach Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe zugestellt.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Scheidungskosten oder Verfahrenskostenhilfe?

Mailen Sie mir oder rufen Sie an! Ich helfe Ihnen gern. Ihr Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht in Hannover

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